Angelika Krohne

 

  

1956geboren in Berlin
1976-1981      Studium an der Pädagogischen Hochschule Berlin, Kunst und Biologie
1981-1986Auslandsaufenthalte in Indien, Indonesien und USA
Studium des Hinduismus, indischer und balinesischer Kultur, Schmuck und Textildesign
1987-1991Kostümgestaltung, Textildesign mit Stoffresten, Atelier Berlin
Auslandsaufenthalte in Brasilien und Thailand
Erzählausbildung bei Maria Schild, Berlin
1992Umzug nach Bonn, NRW, Atelier
Diverse Engagements der Erzählkunst und Ausstellungen Textilkunst
2012Umzug nach Sinzig am Rhein, RLP, Atelier
Erzählungen im hauseigenen Theater: "Gewölbe Zehnthof"
 lebt und arbeitet in Sinzig am Rhein
 

 

                          Einzelausstellungen
  
2013                Mandalas im Gewölbe, geplante Winterausstellung im Gewölbe Zehnthof, Sinzig
2011Mandalas, Dauerausstellung Praxis Heuser, Bad Honnef
2008Mandala - Quadrate, Meditationsbilder des 21. Jahrhunderts, Galeriewohnung Szymczak, Bonn
2007Dakinis, Yoginis und weibliche Buddhas, Albert- Schweitzerhaus, Bonn
2006Mandala & Weibliche Buddhas, Galeriewohnung Szymczak, Bonn
2005Grafische Farbklänge in Seide, Praxis K. Klix, Bad Honnef
2002Mandala – Ornamentik, Frauenzentrum Bad Honnef
2000Lebensmuster Mandala, Waldhaus am Laacher See
1999/2000Mandalas der Welt, Albert- Schweitzerhaus, Bonn
1994Mandalas, Bücherei Bad Godesberg, Unter den Linden
Mandalas, Bücherei Frechen, Königsdorf
 

 

                            Ausstellungsbeteiligungen
  
2010         Alles Heilige, Fenstermandalas, Albert-Schweitzerhaus
2009                    Wo Aufmerksamkeit auf künstlerisches Potenzial trifft, Mandalausstellung, Kunstraum St. Remigius
2007Die Fülle der Leere, Tradition und Moderne in buddhistischen Bilderwelten Teil II, Nadelkunst. Atelierhof Werenzhain/Berlin
Acht aus Bonn, Vernissage im Gas Wasser Zentrum Bonn
2002Mandala – Ornamentik, 4. Kölner Textilkunstmarkt, Wandbehänge und Kimonojacken
2001/2002Mandala – RaumOrnamentik - Kunst im Bau, Bad Honnef
2000Weibliche Bilder des Erwachens, Frauen und Buddhismus, Kongress, Köln
1998Balinesische Tempelthangkas, Ateliergemeinschaft Roisdorf, Bonn
1997Mandala – Thangkas, Galerie Smend, Köln
Vom Geiste gehen die Dinge aus, Kongress der Deutschen Buddhistischen Union, Bonn          
Mandalas - Kostbare Seiden - Kleinode, AOK, Bonn
1995Mandala –Thangkas, Ateliergemeinschaft Roisdorf, Bonn
 

 

 Arbeiten in öffentlichem Raum
  
 Mandala "Tibet", StadtRaum Köln, Buddhistisches Seminarzentrum, W. Heidenreich
Mandala "Sonnentempel", Praxis für Naturkosmetik & Aromatherapie Bonn, H. Geiger
Mandala, "Blutrotviolett - Türkis", Ergotherapeutische Praxis Bonn, U. Montasser
Mandala "Fünf Buddha", Ergotherapeutische Praxis Bonn, U. Montasser
Mandala "Dalai Lama", Albert-Schweitzerhaus Bonn
Mandala "Tempelsand", Haus Siddharta, Buddhistisches Seminarzentrum Bonn
Mandala "Indianer", Praxis für Ostheopatie Bonn, J. Paschen
Mandala "Chinaorchidee II", Praxis für Chinesische Medizin, Bad Honnef, K. Klix
Mandala "Weiß", Atelierhof Werenzhain
Mandala "Himalaya II", Praxis für Shiatsu Bad Honnef, E. Kreyer
Mandala "Grüne Tänzerin", Praxis für Ergotherapie Bonn, U. Montasser
Mandala "Frühlingstraum", Praxis für Psychotherapie Siegburg, M.Paulus
 

 

 Bibliographie
  
2007Acht aus Bonn, DGVW - energie/ wasser - praxis, 58. Jahrgang
Stoff und Farbe in Einklang bringen, Lausitzer Rundschau
2005Farbklänge in Seide, Honnefer Sonntagszeitung, Nr.40
2002Kunstwerke im Renovierungs - Bau, Junge Kunst, Nr.48
Mandalas und Märchen, Die Welt der Angelika Krohne, Textilkunst International, Heft 3, 30.Jahrgang
2000Feine Farben, Symbole und Strukturen, Generalanzeiger Bonn
1994Streifen um Streifen Seide zuammengenäht, Generalanzeiger Bonn

 

 

Die Einzigartigkeit der Mandala – Quadrate von Angelika Krohne

Der Begriff Mandala kommt aus dem Sanskrit, der altindischen Schriftsprache, und bezeichnet einen heiligen Bezirk oder einen Mittelpunkt, um den sich eine Gruppe von Strukturen ordnet. Mandalas dienten in vielen Kulturbereichen, vor allem im Buddhismus und Hinduismus, religiösen Zwecken und als wichtiges Symbol bei traditionellen Gebetsriten. Von Indien und Tibet ausgehend, fand das Mandala als Meditations-Objekt mit dem Buddhismus Verbreitung in ganz Ostasien.

Die textilen Mandala – Quadrate von Angelika Krohne präsentieren die Tradition und die Moderne buddhistischer Bilderwelten. Anknüpfend an die kostbaren textilen Arbeiten buddhistischer Künstler, gestaltet sie seit nunmehr zwei Jahrzehnten Bildwerke von faszinierender Schönheit. In ihren Mandala-Quadraten führt sie den Werkstoff Textil, die Farben und selbst entworfene graphische Grundordnungen in einen neuen harmonischen Zusammen-klang. Auf ihren Reisen durch Indien und Indonesien erweiterte Angelika Krohne ihren Blick für die einzigartigen Farben indischer Textilien, vor allem der Dupionseiden, mit denen sie heute noch arbeitet. Sie entdeckte gleichzeitig eine unbegrenzte Dimension, Stoffe und Farben „in einen Klang“ zu bringen.

Parallelen zur modernen Kunst ergeben sich in dem Zusammenhang nicht zufällig, z.B. mit dem Bauhauskünstler Josef Albers. „Seine ikonenhaft strengen „Hommages to the square“ betrachtete er daher nicht als didaktische Schautafeln, sondern als „Meditationsbilder für das 20. Jahrhundert“.

Nach Europa zurückgekehrt entstanden erste graphische Farbkompositionen, die Anklänge an Rollbilder hinduistischer und buddhistischer Tradition zeigen. Die formale Gestalt des Mandala - Quadrates, die Konzentration auf die Mitte, die Synthese der Gegensätze und damit die Aufhebung von Dualitäten wurde für Angelika Krohne das ordnende Prinzip. Seine Bedeutung hat universellen Charakter: Das gesamte Dasein wird zu einem Mandala, wenn der Mensch die Gegensatzpaare seiner Existenz annimmt und sich eingestehen kann, dass es ohne Nacht keinen Tag, ohne Schatten kein Licht, ohne Aus- kein Einatmen gibt. Ausgangspunkt ihrer Mandala – Quadrate sind oft nur quadratzentimetergroße Seidenstücke, um die herum sie weitere Farben komponiert. Hier kreiert sie die Synthese, aus dem erlesenen Klang der Farben, die sie rhythmisch zu einem Quadrat ordnet. Weichheit und Strenge ergeben eine unvergleichliche Schönheit.

Spiegelte sich in den frühen Mandalas von Angelika Krohne noch intensiv die Farbvielfalt Süd- und Südost-asiens, sind die Arbeiten von heute zunehmend monochrom. Auch die Farbintensität unterliegt sehr bewusst dem stetigen Bemühen um Reduktion. Die jüngsten Exponate mit ihren zahlreichen Weißtönen sind dafür ein Beispiel – im Kontrast dazu gewinnt die formale Struktur ihrer Mandalas verstärkt Aussagekraft.

Zuletzt muss auf die ungeheure Präzision und Genauigkeit der handwerklichen Arbeit dieser Mandala – Quadrate hingewiesen werden. Als Tochter einer Näherin vollendet sich hier eine Fertigkeit, die ihren Anfang in der Jugend nahm. Vom kindlichen Spiel mit Stoffresten nach dem ordnenden Prinzip, darf der Betrachter heute die herausragenden Ergebnisse einer handwerklichen Transformation in reine geistige Schönheit, Ordnung und Liebe zum Tun erleben.

Jürgen Forster

 

Portraitfoto: Hans-Josef Kelter

Fotos von den Arbeiten by Hans-Josef Kelter

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