Jutta Schölzel

 

 

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1954         in Wismar geboren
1973-1985Studium und Arbeit als Hochbauingenieur
1982-1985Abendstudium an der Kunsthochschule Berlin-Weissensee, Plastik
1987-1990 Kulturakademie Berlin, Spezialschule Plastik
seit 1990freiberufllich als Bildhauerin und Grafikerin tätig
seit 1995Mitglied der Freien Gruppe Druckgrafik Berlin-Köpenick
1999Mitglied der GEDOK-Brandenburg
2002Beginn der psychotherapeutischen Ausbildung
  lebt und arbeitet in Berlin-Friedrichshagen
 

 

 Einzelausstellungen (Auswahl)
  
2015                  Plastik & Grafik, Galerie im Baumhaus, WismarCorpus Color, Galerie Kunstflügel, Rangsdorf
20092 Künstler aus Friedrichshagen (mit E. Bresien), Galerie Friendly Society, Berlin
2005Spiegelungen (mit Karl-Ludwig Lange), Galerie Friendly Society, Berlin
2001Plastik und Grafik, Galerie Grünstrasse, Berlin
1995Galerie Art, Wittenberg
1994Galerie hinterm Rathaus, Wismar
  
  Ausstellungsbeteiligungen, Projekte und Symposien (Auswahl)
  
2016                    Muse Macht Moneten, Bode-Museum, Berlin
Aufbruch, Galerie Kunstflügel, Rangsdorf
Red Lips, Galerie Alte Schule, Berlin
2015Der Schlaf schläft, galerie bild plus, Berlinjahr ein jahr aus gezeichnet, Galerie Alte Schule, Berlin
2014Highlights 2013, Galerie Friendly Society, Berlin
2013Rahmen, Kunst, Interieur, Galerie Friendly Society, Berlin
Highlights 2012, Galerie Friendly Society, Berlin
2012Darf ich zum Tanz bitten?, Galerie Friendly Society, Berlin
2011Grafik zu Heinrich von Kleist, freie Gruppe Druckgrafik, Temporary Showroom im Stilwerk Berlin, Kunsthandel Dr .W. Karger
2010Kunst-Loose-Tage im Oderbruch, Beteiligung
Frauen (mit Egon Bresien, I.Bertel), Hypo-Bank, Berlin
2009                Sommersalon 2009, Galerie am Gendarmenmarkt, Berlin
DREI VOR ORT (mit G.Djurovic+M.Strehlau), Galerie Alte Schule, Berlin
Grafiken aus 2 Jahrzehnten, Bobrowski – Bibliothek, Berlin
2008RAINBOW, Galerie Alte Schule, Berlin
3. Kunstadvent – Andante Handpresse, Berlin
2007 Figur und Raum (mit Walter Heinrich, Karl-Ludwig Lange), Galerie Friendly Society, Berlin
Die Welt “en miniature“, Stiftung Moritzburg
GARTEN, freie Gruppe Druckgrafik, Mediathek-Köpenick
L`istesso tempo, (mit Benczewski, Weinhold, Weinreich), galerie bild plus, Berlin
2006Licht-Zeit-Räume (mit Anna Holldorf, Karl-Ludwig Lange), Galerie Friendly Society, Berlin
Sächsische Literaturtage – Landratsamt Borna
Verkörperungen (mit Augustinski, Bertel, Bresien, Ludwig, Meister) galerie bild plus-Berlin
2005 Handschriften (Freie Gruppe Druckgrafik), Mediathek, Berlin-Köpenick
Vis à Vis (Friedrichshagener Künstler), Berlin-Köpenick
ein jedes soll seine Farbe tragen - Künstlerinnen zu Helga M. Novak, GEDOK, Leipzig
2004ACHT Bildhauerinnen, Galerie Forum Amalienpark, Berlin
Radierungen zu Helga M. Novak), Haus des Buches, Leipzig
2003Skulptur Schilde, IGA - Rostock, Rostock
Franz-Volhard-Klinik, Berlin
2002Klostergalerie, Zehdenick
Bildhauersymposium Steine ohne Grenzen, Berlin
FIDEM 2002 Paris, Frankreich,
2001 Grafik zu Literatur, (Freie Gruppe Druckgrafik), Berlin-Köpenick
Symposium, Turku, Finnland
Bildhauersymposium Steine ohne Grenzen, Berlin
2000GEGEN WARTEN, Zeitgalerie Brandel, Berlin
Stille Projekte, Berliner Bildhauer, Palais am Festungsgraben, Berlin
GEDOK-Brandenburg, Rangsdorf,
LA ROUTE, Projekt in Lyon, Frankreich
1999Berliner Bildhauer, Erst Rietschel Kulturring, Pulsnitz
1998Wanderausstellung Berliner Bildhauer
1997Klosterruine, Berlin
1996Symposium Berliner Bildhauer in der Museumsbauhütte Berlin

 

 

Durchgängiges Thema der figürlichen Steinbildwerke von Jutta Schölzel ist der Mensch: Köpfe, Torsi, stehende Einzelfiguren, Zweiergruppen.

Belebte körperliche Rundungen stehen im Kontrast zu kantig-flächigen Partien. Die eher mittelgroßen weiblichen Aktfiguren sind von einer robusten Klarheit und Gerichtetheit, einer inneren Kraft und Würde bestimmt.

Die Darstellung des Menschen in der zeitgenössischen Kunst ist abstrakt-symbolischen Bildthemen gewichen. Jutta Schölzel dagegen bleibt in ihrem Figurenkonzept Bildhauerauffassungen treu, die die menschliche Figur zum Hauptthema ihres Werkes bestimmen.

Die intensive Beschäftigung mit dem Menschen bezeichnet sie als erregendes Grunderlebnis: die Erweckung des Körperempfindens, Fühlens, die Bewusstwerdung körperlichen Seins und Verhaltens.

„Mensch sein heißt, nach der Bedeutung, nach dem Wert suchen, ihn erfinden, ihn projizieren, ihn neu erfinden.“ (Mircea Eliade) 

In einer festen Kontur und klaren Statuarik behaupten sich die Werke im Raum. Die Arme liegen dicht am Körper an, verstärken damit den Eindruck von Sammlung und Geschlossenheit. Ein fein verflochtenes, vibrierendes Gewebe an Gravuren überzieht den steinernen Körper. Die tote, unbeseelte Materie des Steins erfährt ihre geheimnisvolle Wandlung.

Stimmungen und Zustände, die innere Struktur des Menschen, das psychische Dahinter interessieren.

Viele der Skulpturen zeigen geschlossene Augen und Münder. Wahrnehmung findet aus der Tiefe des Seins statt. Es ist die Zeit der Stille, Besinnung, der Kontemplation.

J.W. Goethe: “Das Beste ist die tiefe Stille in der ich gegen die Welt lebe und wachse, und gewinne, was sie mir mit Feuer und Schwert nicht nehmen können.“

1999 entstand die Gruppe „Hesychia“ (grch. Die Ruhe). Eine in-sich-versunkene, verwundete Frauenfigur wird umgeben von mehreren Schutzschilden.

In der heute lauten, geschäftigen Welt wächst das Bedürfnis nach geschützten Räumen der Stille. Es sind Erfahrungsräume, Orte des Innehaltens, um zu sehen, zu fühlen, zu lauschen, Orte der Selbstvergewisserung.

Eine Sehnsucht nach Vertrautheit, Geborgenheit im Zwischenmenschlichen, einem tiefen Verständnis füreinander aktikuliert die Gruppe „Schwestern“. Die beiden Figuren berühren sich, ihre Körper weisen dabei in unterschiedliche Richtungen. Ein Schweigen liegt zwischen ihnen und schafft Distanz und macht ihre Verschiedenheit bewusst. „Schwestern“ könnte man auch symbolisch als die schwer in Einklang zu bringenden Seiten im Menschen deuten: Licht und Schatten.

Die Tendenz zu Verknappung und Verdichtung wird in den Torsi deutlich. Die Konzentration geschieht durch eine Rückführung auf einfache Kernformen, die Kraft und Energie bündeln. Durch gebannte Spannung erzielen die Bildwerke eine Steigerung, strahlen eine suggestive Wirkung und Erhabenheit aus.

Kunst bedeutet Umsetzung des inneren Gesichtes in ein sichtbares Geschehnis, sie ist Ausdruck des Erwünschten, Erhofften, des Suchens.

Rainer Maria Rilke: „Kunst erscheint mir als Bestreben eines Einzelnen über das Enge und Dunkle hin eine Verständigung zu finden mit allen Dingen, mit den kleinsten, wie mit den größten, und in solchen beständigen Zwiegesprächen näher zu kommen zu den letzten leisen Quellen alles Lebens.“

Text von Dietlinde Schirmacher

 

Portraitfoto: Michael Strübing
Fotos von den Arbeiten: Christian Heinrich, Jutta Schölzel

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