Rainer Kessel

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1955            in Berlin geboren
1974-1976 Stuckateurlehre am Bodemuseum, Berlin
1977-1980 Tätigkeit als Theaterplastiker für die Deutsche Staatsoper, Berlin
1980-1985 Bildhauerstudium an der Kunsthochschule Berlin Weißensee
seit 1985 freiberuflich in Neu Nantrow, Mecklenburg

 

  Einzelausstellungen (Auswahl)
   
2015                Radierungen und Skulpturen (mit Claudia Berg), Galerie Friendly Society, Berlin
2013Galerie Meyer, Lüneburg 
2012          Baumhaus, Wismar
Kunstscheune Barnstorf, Wustrow
2011 Kunstverein Willgrad, Schwerin/Lübstorf
galerie art Fuhrmann, Rostock
2009 Galerie am Alten Markt, Rostock
Galerie am Kamp, Teterow
2008 Galerie Hinter dem Rathaus, Wismar
Galerie Berger, Schwerin
2007 Galerie Berger, Delmenhorst
2005 Gerichtslaube, Wismar
Galerie 1, Uppsala, Schweden
2004 Galerie am Hengstbrunnen, Bad Tatzmannsdorf, Österreich
2003 galerie art consulting, Recklinghausen
2002 Galerie Billedstedet, Brovst, Dänemark
Galerie 8, Rostock
2000 Galerie im Zollhaus, Herrnburg
1999 Plastikgalerie, Wittenhagen
Galerie im Kloster, Ribnitz-Damgarten
Galerie Roter Pavillon, Bad Doberan
Galerie Marielund, Hven, Schweden
Rathauskeller, Wismar
1997 Kunstscheune Barnstorf, Wustrow
Kunsthalle Kühlingsborn
Schleswig-Holstein-Haus, Rostock
1996 Galerie Schlossgarten, Eutin
1994 Galerie Hinter dem Rathaus, Wismar
Galerie 1, Uppsala, Schweden
1993 Rathausgalerie, Steinfurth
1991 Buchhandlung Buch & Kunst, Neubukow
1990 Galerie im Hausbaumhaus, Rostock
Boulevardgalerie, Rostock
1989Galerie des Westens, Bremen
Galerie Hinter dem Rathaus, Wismar 
1988 Galerie Roter Pavillon, Bad Doberan

 

  Ausstellungsbeteiligungen (Auswahl)
   
2014Kunsthalle Wittenhagen
2013 MV Landesvertretung, Brüssel
2012 Galerie Chybulski, Ville sur Jarnioux
Campusbibliothek, Lyon
BBK Galerie, Leipzig
Gallery Berger, Schwerin
Rostocker Kunstverein, Rostock
2010             Strandhalle, Ahrenshoop
Galerie Hinter dem Rathaus, Wismar
2009 Kunstverein Meiningen
Galerie Hinter dem Rathaus, Wismar
2008 Galerie Roter Pavillon, Bad Doberan
2007 Galerie Papierfabrik, Silkeborg, Dänemark
Gallerie Sulegaarden, Assens, Dänemark
2005 Norddeutsche Künstler, Kunstscheune Barnstorf, Wustrow
2004 Kunstmuseum, Kalmar, Schweden
Galerie Billedsteded, Brovst, Dänemark
galerie art Fuhrmann, Rostock
Schlosskirche Neustrelitz
2003 Zeughaus, Wismar
Objekte Figuartionen, Kunsthalle Rostock
2001 mobile 1, kinetische Skulpturen, Schwerin
2000 Strandhalle Ahrenshoop
1999 9.Landesweite Kunstschau, Neustadt-Glewe
1998 Künstler aus Wismar, Stadthalle Landskrona, Schweden
1997 Künstler aus Wismar, Kunsthalle Halden, Norwegen
1995
6 Künstler im Justizministerium, Schwerin
Künstlerzentrum Engelswisch, Lübeck
1994 Portraitausstellung, Akademie der schönen Künste, Paris
1993 Wismarer Künstler, Kultusministerium, Schwerin
1992 Bildhauer aus Mecklenburg-Vorpommern, Kunsthalle Rostock
1991
Künstler aus Mecklenburg-Vorpommern, Börse, Hamburg
Von der Idee zur Skulptur, Kunsthalle Hamburg
Von der Idee zur Skulptur, Wilhelm Lehmbruck Museum, Duisburg
1990 Rostocker Künstler, Brunswiecker Pavillon, Kiel
1989
Bezirksausstellung Rostock
1987Plastik aus Rostock, Kotka, Finnland
1986 Plastik im Bezirk Rostock, Kunsthalle Rostock

                                         

                           Sammlungen und Arbeiten in öffentlichem Besitz (Auswahl)
  
                      Relief Reuter und Hinstorff (Bronze), Wismar
Relief Albert Schweitzer (Bronze), Ravensruh
Vater und Sohn (Eiche), Wismar
Knabe (Eiche), Heringsdorf
Schliemannstele (Sandstein, Bronze), Neubukow
Portrait Heinrich Schliemann (Bronze), Neubukow
Weiblicher Torso (Kirschholz), Bremen
Don Quichote (Bronze), Wismar
Netzball (Kupfer, Messing), Neubukow
Hund (Bronze), Karlsow
Alte Tänzerin (Bronze), Neukloster
Apokalyptischer Reiter (Bronze), Rostock
Under the Commen Stars (Edelstahl), Petrosawodsk, Russland
Portraitcollage für das niederländische Königshaus (Bronze, Edelstahl), Bad Doberan
Skulpturengruppe Schwedenzeit, Neukloster

 

Rainer Kessel „beackert“ das klassische Feld der Bildhauerei mit Bildwelten aus der Kunstgeschichte, Literatur und Mythologie, in denen Zeitgenössisches ein Echo zu finden scheint, heute anders als vor 20 Jahren, aber keinesfalls obsolet. Darunter sind Mischwesen wie der Centauer, arkadische und andere Reiter auf Eseln und Pferden, schließlich der aus der Lebenserfahrung in der DDR heraus Identifikationsfigur gewordene „Don Quichote“, der „Ritter von der traurigen Gestalt“, Opfer des Spotts, aber auch Mahner, apokalyptischer Reiter, aus dem die Reiter- und Rüstungstorsi des Künstlers hervorgegangen sind: Figuren mit archaischem Habitus, mehr und Mehr fragmenthaft, bis auf die Rümpfe beschnitten und offen gelassen, dass der Blick aufs Wesentliche und nach innen falle oder zu fallen begehre – ins Innere jener Substanz, um die die Figuren sich schließen. Was man dort sehend erhascht, gemahnt an das Rätselhafte eines heiligen Bezirks: Form als Zusammenschluss zur Bewahrung innerer Dinge: Ihn aufzulösen bedeutet Preisgabe, Entleerung, vielleicht auch Freilassung. Wenn diese Figuren an Ruinen erinnern, so tun sie es im Sinne demaskierter, skelettierter Behauptungen: Dergleichen ans Licht zu bringen, ist der Sinn archäologischen Grabens. Eine künstlerische Archäologie verweilt beim Rätsel, bei der Aura alter Dinge, die etwas wie eine aus ihnen klingende Stimme vernehmlich bleiben lässt, dem Versehrtsein und der Aushöhlung zum Trotz. So scheinen die „Helmköpfe“ Rainer Kessels in sich hinein-zuhorchen: An der Schwelle zum Verfall noch aufs Äußerste gespannte Form, selbstvergessen und erinnerungssüchtig, wie übriggebliebene Verblendungen eines längst verflüchtigten Lebens, das nicht aufhören kann.
Als jüngste Werkgruppe Rainer Kessels sprechen die „Helmköpfe“ schon materialästhetisch eine den „Rüstungstorsi“ verwandte Sprache. Auch thematisch gehören sie zusammen. Wie die Rüstungen Leiber darstellen, so die Helme Köpfe, in einer toten, skelettierten und in einer augenscheinlich noch lebenden, dabei entstellten, weil bandagierten Form, weit entfernt vom Porträt, das Kessel in anderem Zusammenhang sehr interessiert, und vielleicht aus dem Gegensatz zum Anliegen des Porträts besser zu verstehen. Die „Helmköpfe“ erinnern spontan an das Schicksal eines der Gefangenen in Tschingis Aitmatows Roman „Der Tag zieht den Jahrhundertweg“ -  wo dem Manne zur Folter die dampfende Haut eines eben geschlachteten Tieres um den Kopf geschlungen wird und diesen unter der fremdem, nun schrumpfenden Haut ein immer stärkerer Kopfschmerz plagt.
Dass die Nachricht vom Anfang nicht aufhöre, sei es der der Geschichte oder der künstlerischen Formulierung, die ja beide gewissermaßen auf einen Nullpunkt zurückgehen, scheint Rainer Kessel aufzuerlegen, dass er als Künstler periodisch neu in Angriff nimmt, was er zuerst begonnen hat: das Porträt und die in allen ihren gliedern vollständige, geschlossene Figur: Menschen und Tieren in einfachen  Daseinshaltungen: stehend, sitzend, sich wälzend, nicht ausdrückend als die Gegenwart ihrer haltungsbedingten Form und deren innere Logik – als müsse die Gewissheit darüber immer wieder hergestellt werden, dass diese Figur sich als Stimme im Heute und Ausgangspunkt neuer Fragestellungen behaupten lässt.

Dr. Katrin Arrieta
Leiterin Kunstmuseum Ahrenshoop

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